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Kennwerte

Energiekennzahlen

Energiekennzahlen sind die gebräuchlichsten Vergleichswerte, um die thermische Qualität der Gebäudehülle zu beschreiben. Sie sagt aus, wie viel Energie pro Quadratmeter Fläche im Jahr benötigt wird und wird in kWh/m²a angegeben.
Bis vor kurzem wurde im allgemeinen unter Energiekennzahl vor allem Heizwärmebedarf verstanden, da die Wohnbaufördermodelle der Bundesländer für den winterlichen Wärmeschutz entwickelt wurden. Seit Einführung des Energieausweises nach OIB Richtlinie 6 wird jedoch auch auf sommerliche Überwärmung und dessen Kühlbedarf Augenmerk gelegt!

Kennzahlen bilden die Bewertungsbasis für Einsparpotenziale für:

  • Heizwärmebedarf
  • Kühlbedarf
  • Gesamtenergiebedarf
  • Primärenergiebedarf

Heizwärmebedarf

Für die meisten Bundesländer und deren Förderprogramme für Niedrigenergiehäuser war bislang der Heizwärmebedarf ausschlaggebend. Der so genannte HWB ist die errechnete Energiemenge, die z. B. durch Heizkörper an einen beheizten Raum pro Quadratmeter abgegeben werden muss, um eine Raumtemperatur von 20°C aufrecht zu erhalten.

In den meisten Bundesländern liegt der HWB für Niedrigenergiehäuser zwischen 30 und 50kWh/m²a.

Das Passivhaus ist im Gegensatz zum Niedrigenergiehaus ein internationaler Standard (Passivhausinstitut Darmstatt, Prof. Feist), der den HWB mit max. 15kWh/m²a festsetzt!

Kühlbedarf

Seit in Kraft treten der OIB-Richtlinie 6 wird im Energieausweis für Nicht-Wohngebäude auch der Kühlbedarf ausgewiesen.
Der von außen induzierte Kühlbedarf KB* (Sonnenenergie bzw. solare Gewinne) darf die festgelegten Grenzwert nicht überschreiten:

·   Bei Neubauten 1kWh/m³a

·   Bei umfassender Sanierung 2kWh/m³a

Namhafte Experten sind sich einig, dass es Glasfassaden ohne effizienten Sonnenschutz nicht mehr geben kann.

Gesamtenergiebedarf

Der Gesamtenergiebedarf ist jener Energiebedarf, den ein Gebäude für Heizen, Lüften, Kühlen, Licht, Warmwasser und alle anderen Verbraucher benötigt.

Bei Wohnbauten – vor allem beim Altbestand – wird der Gesamtenergiebedarf maßgeblich durch den Heizenergiebedarf bestimmt. Dieser beträgt je nach Qualität und Technik 100 – 280 kWh/m²2a; beim
Passivhaus 42 kWh/m²a.

Bei Bürobauten wird der Gesamtenergiebedarf maßgeblich durch den Stromverbrauch (Beleuchtung und sonstige Verbraucher) und dem Kühlenergiebedarf bestimmt. Dieser beträgt je nach Qualität und Technik 100 – 280 kWh/m²a.

Primärenergiebedarf

In den Primärenergiebedarf wird der gesamte Aufwand von der Energiegewinnung über die Umwandlung sowie den Transport der Endenergie bis hin zur Nutzenergie (Verbraucher) eingerechnet. Er bietet eine gesamtheitliche Bewertung des Energieverbrauches und stellt die Grundlage zur Berechnung des CO2-Ausstoßes eines Gebäudes dar.

Für Österreich beträgt der Faktor in Folge des hohen Wasserkraftanteiles 1,61. Für Deutschland wird mit Faktor 3,0 gerechnet. Fossile Energieträger erhöhen den Faktor, nachhaltige Energieträger senken ihn!

Eine Kilowattstunde Endenergie entspricht derzeit in Österreich 0,7 kg Kohlendioxid. 

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